Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen

Zum Studiengang Medientechnik

Bachelor of Engineering

Im Verlauf des Studiums im Studiengang Medientechnik wird neben dem erfordlerlichen Grundlagenwissen eine breite Ausbildung in den medientechnischen Schwerpunktfächern Grundlagen der Medientechnik, Audio- und Videotechnik, Radio- und Fernsehtechnik, Medienproduktionstechnik, Informationsverarbeitung Audio- und Video, Broadcastsystemtechnik und Planung studiotechnischer Anlagen vermittelt. So prägen die technischen Entwicklungen im Multimediabereich (lokal bis weltweit vernetzte Computersysteme, digitale Signalverarbeitung, leistungsfähige Übertragungsverfahren) das Anforderungsprofil der Absolventen hinsichtlich der ingenieurtechnischen Kenntnisse und Methoden. Bachelorstudenten der Medientechnik arbeiten an der Schnittstelle zwischen den technischen Realisierungsmöglichkeiten und der kreativen Umsetzung ingenieurwissenschaftlicher Herausforderungen und sollten ein ausgeprägtes konstruktiv-technisches Interesse mit dem Verständnis, wie Multimediale-Systeme aufgebaut, installiert und bedient werden, verbinden. Einsatzgebiete für die an der Hochschule Anhalt ausgebildeten Bachelorabsolventen sind moderne Betriebe des medienproduzierenden Gewerbes. Darunter alle öffentlich rechtlichen und privaten Rundfunk und Fernsehsendeanstalten sowie Produktions- und Servicezentren für Medientechnik. Der Bachelor der Hochschule Anhalt ist ebenso befähigt im Rahmen von Forschung und Entwicklung eigenständig Probleme zielführend zu lösen. Er hat auf Grund der vermittelten Kenntnisse die Möglichkeit, sich bei Kommunikations- und Mediensystemherstellern einzubringen. Ebenso wird seine qualifizierte Persönlichkeit für Installation und Wartung sowie wie für fachliche Betreuung von Anwendern, z.B. in Entwicklungsabteilungen für Multimedia-Applikationen, Telekommunikations-Unternehmen, Werbeabteilungen von Unternehmen, in technischen Verlagen und in der Unterhaltungsindustrie geschätzt. Sein umfangreiches Ausbildungsprofil kann der Bachelor für Medientechnik auch bei Tagungs- und Konferenzzentren einbringen.

 

 

Medientechnische Lehrangebote im Studiengang

Trailer Studiengang Medientechnik

Flash-Video ca. 20 MB 

Der Kurzfilm zeigt in einer Zeit von 1 Min. und 30 Sekunden die fachpraktische Ausbildung an der Hochschule Anhalt. Während des Studiums durchlaufen Sie alle dargestellten Abschnitte und lernen die gezeigte Technik bedienen und eigene Ideen umzusetzen.

 

Studienziel

Das Studienziel befähigt Sie in der geführten und selbständigen Aneignung von Fachwissen und ingenieurwissenschaftlichen Arbeitsmethoden und damit zu eigener selbstständiger Tätigkeit auf den breiten Gebieten der Medientechnik und der Mediensysteme.
Im Verlauf des Studiums wird eine breite grund- und fachspezifische Ausbildung auf den Gebieten der Medientechnik, Elektrotechnik/Elektronik und der Informationstechnik kombiniert mit der Methodenkompetenz in verschiedenen Anwendungsgebieten vermittelt. Die hohe Innovation in der Medientechnik erfordert gut ausgebildete Ingenieure, die in der Lage sind, völlig neu entwickelte medientechnische Systeme vor ihrer Markteinführung zuverlässig testen und bewerten zu können um nach der Markteinführung als kompetenter Ansprechpartner für die Betreuung und Schulung der Systeme zur Verfügung zu stehen.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums wird der akademische Grad Bachelor of Engineering verliehen.

 

Berufliche Einsatzmöglichkeiten

Der Abschluss Bachelor of Engineering für Medientechnik ist eine gute Voraussetzung zum Start einer erfolgreichen Karriere in der Wachstumsbranche auf allen Gebieten der Medien. Das Tätigkeitsspektrum ist breit gefächert und erstreckt sich über:


- Entwicklung
- Inbetriebnahme
- Planung und Projektierung
- Produktion, technische Betreuung
- Technische Dokumentation und Beratung
- Marketing und Vertrieb
- Prüfung, Bedienung und Service

 

von medientechnischen Systemen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum.
Die Hochschule unterstützt Studienaufenthalte im Ausland, insbesondere Praktika und Projekte.
Mit dem absolvierten Bachelor-Studium erwerben Sie den ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Damit können Sie erfolgreich in Ihr Berufsleben starten.
Sie können Ihr Studium auch fortsetzen und einen Master-Abschluss an der Hochschule erwerben.

 

1. Semester

Grundlagen der Medientechnik
Vermittlung von Grundkenntnissen aus dem Audio- und Videobereich. Kennen lernen von Größen und Einheiten der Audiotechnik. Erlernen von Grundkenntnissen über Datenformate aus dem Audiobereich. Vorstellung von idealen und realen Schallwandlern.
Für den Bereich Videotechnik werden Grundkenntnisse zur Physiologie der visuellen Wahrnehmung und der Fähigkeit Farben zu erkennen vermittelt. Eine Einführung über die verschiedenen Videokameratechniken (Studiokamera, Elektronische Berichterstattung) ergänzt die Veranstaltung.

Präsentationstechnik
Vermittlung von Grundkenntnissen für die Gestaltung und Durchführung von professionellen (wissenschaftlichen) Präsentationen. Vorstellung von Präsentationssystemen und zugehörige technische Funktionsprinzipien sowie Anwendungsbeispiele. Vorstellung von Grafikstandards und Grundkenntnissen zu Speicher- und Printmedien.

 

2. Semester

Audiotechnik
Vermittlung von Fachkenntnissen aus dem Audiobereich. Ausbreitung von Schallwellen und Schallfeldern, Wahrnehmung von Schall, räumliches Hören, Sonderformen von elektroakustischen Schallwandlern, Aufnahmetechnik für akustische Schallereignisse, Lautsprecherarten und Lautsprecherkonstruktionsprinzipien, Schallspeichertechnik für Audiosignale, Messtechnik für Systeme und Anlagenteile.

 

3. Semester

Videotechnik
Den Studierenden werden auf dem vermittelten Basiswissen (Grundlagen der Medientechnik) aufbauend erweiterte Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Videotechnik vermittelt. Sie kennen die Funktionsweise von Bildaufnahmesystemen und beherrschen die Grundlagen der Schwarz-Weiß-Technik, wie Abtastschema, Interleacing-Verfahren, Bildaufbau und Bilddarstellung mit klassischen CRT-Bildwandlern. Die Studierenden können zwischen den wichtigsten Fernsehnormsystemen unterscheiden und kennen deren spezifischen Eigenheiten (Vor- und Nachteile, Funktionsprinzipien, Schaltungsdetails). Die Kenntnisse werden um den Bereich der Farbbildaufnahme erweitert. Die Studenten können Begriffe (Timecode) und Systeme (lineare und nichtlineare Bildbearbeitungsplätze) aktiv anwenden. Sie kennen optische Kamerasysteme und Verfahren zur Datenreduktion bei Einzel- und Bewegtbildern. Die Unterschiede zwischen Standard Fernsehen (SDTV) und hochauflösendem Fernsehen (HDTV) werden anhand von zahlreichen Beispielen vermittelt und visualisiert.

Broadcast-Systemtechnik
Den Studierenden werden auf dem vermittelten Basiswissen (Grundlagen der Medientechnik) aufbauend erweiterte Fachkenntnisse auf den Gebieten der elektronischen Medien im Broadcastbereich (engl. Rundfunk) vermittelt. Abläufe einer Rundfunkanstalt, die auf dem Rundfunkstaatsvertrag basieren, stehen im besonderen Focus der Lehrveranstaltungen. Es wird zwischen den Anforderungen von Hörfunk (Radio) und Fernsehen (TV) kontextabhängig unterschieden. Dabei insbesondere die Umsetzung von einer Idee und Konzeption über die Planung und Ausführung bis hin zur Dokumentation von Produktions- und Postproduktionsplanung.Die Studierenden können zwischen den wichtigsten Formaten, Schnittstellen und Komprimierungen im Audio- und Videobereich unterscheiden und kennen die typspezifischen Vor- und Nachteile beim Einsatz im Broadcastumfeld. Farbräume für SD-TV und HD-TV, Anforderungen an sendefähige Rundfunk-Beiträge, Produktionsplanung, Produktionsablauf sind weitere Schwerpunkte des Lehrangebotes. Dem Wandel von der klassischen Broadcasttechnik hin zum IT-dominierenden Workflow innerhalb einer Rundfunkanstalt wird dabei unmittelbar Rechnung getragen. 

 

4. Semester

Medienproduktionstechnik
Die Studenten erlernen ein grundlegendes Verständnis für den Medienproduktionsbereich (Audio, Video, Radio und Fernsehen). Sie sind in der Lage, die Anforderungen und technischen Voraussetzungen für eine Medienproduktion zu spezifizieren und das erforderliche Equipment zielgerichtet einzusetzen. Sie kennen Aufbau und Wirkungsweise, Unterschiede und Einsatzgebiete von analogen und digitalen Tonregieanlagen. Grundbegriffe- und Geräte der Klangestaltung (Hall, Effektgeräte, Kompander) und Anforderungen für den Produktionsbetrieb (Leitungs- und Signalführung, Studioverstärker) werden erarbeitet. Sie lernen die Grundstruktur einer modernen Hörfunkbetriebstechnik kennen und sind somit in der Lage, ihr technisches Verständnis den Abläufen im Produktionsprozess (im Studio und im mobilen Einsatz) zuzuordnen. Sie kennen Anforderungen und Aufzeichnungsverfahren für Audio- und Videodaten und sind in der Lage, moderne Datenträger (CD, DAT, DVD, HD-DVD, Blu-Ray Disc) anforderungsorientiert und  zielgerichtet einzusetzen. Die Studenten verfügen über Fachkenntnisse für den Produktionsbetrieb in einem Studio. Sie erlernen die Grundlagen der Beleuchtung (Lampenarten, Kalt- und Warmstrahler) und Beleuchtungstechniken (Szenenbeleuchtung, DMX-Technik).

Informationsverarbeitung Audio und Video
Den Studierenden werden auf dem vermittelten Basiswissen (Grundlagen der Medientechnik, Audiotechnik, Videotechnik und Broadcast-Systemtechnik) aufbauend erweiterte Fachkenntnisse auf den Gebieten der elektronischen Informationsverarbeitung von Audio- und Bildsignalen vermittelt. Aufbauend auf den klassischen Formaten des Audio- und Videobereiches werden Kodierer und Dekodierer, die eine umfassende Datenreduktion und Datenkompression von Audio- und Videosignalen ermöglichen ausführlich vorgestellt. Mathematische Algorithmen zur verlustfreien Kodierung und auch verlustbehafteten Kodierung stehen im Focus der Lehrveranstaltungen. Möglichkeiten des Einsatzes von fehlerkorrigierenden Codecs bilden einen weiteren Vorlesungsschwerpunkt. Hauptaugenmerk sind jedoch die im Rundfunk verwendeten systemtypischen Formate. Consumerformate werden nur zur Veranschaulichung der Arbeitsweise von Codecs vorgestellt.

 

5. Semester

Radio- und Fernsehtechnik
Die Studenten verfügen über Grund- und Fachkenntnissen aus dem Bereich Radio- und Fernsehtechnik. Sie kennen die relevanten Übertragungsmedien und -Kanäle und Anforderungen an Sende- und Empfangseinrichtungen (Antennen) die in der Radio- und Fernsehtechnik Anwendung finden. Die Studierenden sind in der Lage, Vor- und Nachteile bzw. markante Eigenschaften und Einsatzgebiete von analogen und digitalen Übertragungsverfahren zu erläutern und anzuwenden. Sie kennen bei modernen digitalen Verfahren zur Übertragung von Ton und Bild die erforderlichen Modulationsverfahren und Übertragungsbandbreiten (DAB+, DVB, DRM, DMB, DVB-H). Sie erlernen detailliert die Funktionsweise von Rundfunkempfängern kennen und sind in der Lage, AM- und FM-Empfangsgeräte an Schaltungsbeispielen zu beschreiben. Sie haben ein grundlegendes Verständnis für Stereo- und Mehrkanalempfangstechnik erarbeitet und sind fähig Fernsehempfangsgeräte durch Baugruppenanalyse und Schaltungsbeispiele zu verstehen.


Planung studiotechnischer Anlagen
Den Studierenden werden auf dem vermittelten Basiswissen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die sie in die Lage versetzten, eine Anforderungsanalyse für ein Rundfunkstudio selbständig zu erstellen und eine konzeptionelle Strategie zur Umsetzung zu entwickeln. Dazu gehören nicht nur technische Anforderungen, sondern auch bauliche Kenntnisse (Klimalasten von Gerätesystemen, Traglasten von Decken, Zuwegbarkeit usw.). Neben einer umfassenden Kenntnis von technischen Spezifikationen und Lieferanten werden darüber hinaus alle relevanten peripheren Komponenten in die Ausbildung einbezogen (USV, Havarie-Strategien, Redundanz von Gerätesystemen, Hochverfügbarkeitsanforderungen, Datensicherheit, Datenmanagement). Die Studenten sollen im Rahmen der Praktika an ausgewählten Beispielen Studiosysteme planen, prüfen und einrichten. Dazu zählt auch die Anlage und Überprüfung von Systemlisten, Kabelplänen, Verdrahtungslisten, wie auch die zugehörige messtechnische Überprüfung von installiertem Audio- bzw. Videoequipment.

 

Wahlfplichtangebote mit medientechnischem Bezug im 4. und 5. Semester

Medienarchive
Fachbegriffe zur Definition und Charakterisierung Medienarchiven, Datenbanken, Hostdatenbanken, Rechercheaufruf, Datenmodelle, Metadaten für den Medienbereich, verteilte Standorte, Streamingverfahren, Vorschauarchive im Medienbereich, Rechteverwaltung, Programmaustausch, Contentverwaltung, Aufbau von Medienarchiven, Speichertechniken und Speicherentwicklung, Havariestrategien, Datensicherheit.

HDTV und Digital Cinema
Den Studierenden werden Fachkenntnisse aus den Bereichen des hochauflösenden Fernsehen „High Definition Television (HDTV)“ und der analoger und digitaler Filmtechnik vermittelt. Im Bereich HDTV werden die Anforderungen an die Mediensysteme und Strukturen,  die unterschiedlichen Auflösungen und Bildformate besprochen. Ferner wird ein Ausblick auf zukünftige HD Techniken gegeben. Lerninhalte der analogen Filmtechnik sind die Historie, die Funktion und die Produktion von Filmen. Es wird auf unterschiedliche Filmarten und die entsprechenden Geräte eingegangen. Besprochen wird auch die Filmarchivierung, die einzelnen Arbeitschritte in einem Kopierwerk und der Filmschnitt sowie die gesamte analoge Verarbeitungskette. Bei der digitalen Filmtechnik werden neben der Verarbeitungskette und den benötigten Geräten auch die technischen Gestaltungsmöglichkeiten (Farbräume, Farbkorrektur und Farbraumtransformation), entsprechende Kompressionsverfahren (JPEG 2000) und Datencontainer (DCI, MXF) besprochen. Einen weiteren Schwerpunkt bietet die digitale Projektion in 2D und 3D Technik. In verschiedenen Praktikumsversuchen werden die erlernten Kenntnisse vertieft.

Audio/Video Medienproduktion
Zunächst werden allgemeine Aspekte der Audio/Video Medienproduktion vermittelt und anschließend in verschiedenen Modulen zur Gestaltung und Produktion vertieft. Hierzu gehören die Erstellung eines Drehbuches und die unterschiedlichen Techniken zur Bild- und Bewegtbildgestaltung. Ebenso wird auf die Lichttechnik als Element der Bildgestaltung und die verwendeten Geräte eingegangen. Gestaltungstechniken beim Videoschnitt und Tonschnitt runden dieses Lernmodul ab.
Die erlernten Fähigkeiten werden durch Übungen und praktische Aufgaben vertieft und gefestigt. Ziel dieses Wahlpflichtfaches ist die eigenständige Erstellung eines Audio- oder Videobeitrages.

Mediensysteme im Sport
Am Beispiel des Rudersports wird den Studenten auf praktische Weise die Vielseitigkeit der Medientechnik aufgezeigt. Im Laufe des Semesters werden Bewegungsanalysen verschiedener Sportler durchgeführt, die auf selbstaufgenommenem 2D und 3D-Bildmaterial beruhen und somit zur Bildverarbeitung verwendet werden. Darüber hinaus wird an dem Beispiel eines portablen Messsystems die Fähigkeit zur Entwicklung von elektronischen Schaltungen vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Anwendung der erlernten Kenntnisse des Studiums in der Entwicklung von Bildbearbeitungssoftware zur Auswertung des Videomaterials mit den dazugehörigen Messwerten. Hier liegt der Fokus auf den mobilen Anwendungen – kabellos und in Echtzeit. Die Studenten erfahren hierdurch, wie die erfolgreiche und zielführende Arbeit an einem Projekt und dessen Vermarktung in der Praxis funktionieren.

6. Semester

Bachelorarbeit
Durch die Einreichung einer schriftlichen Abschlussarbeit (Bachelorarbeit) ist von den Studenten der Nachweis zu erbringen, dass Sie eigenständig eine gestellte Aufgabe bearbeiten können. Dazu zählen sowohl inhaltliche (theoretische) Aspekte als auch praktische (analytische) Fähigkeiten. Eine Diskussion der erreichten Ergebnisse schließt die Arbeit ab. Die Bachelorarbeit wird im Rahmen eines Kolloquiums (ca. 1 Stunde) an der Hochschule verteidigt.