Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen
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ZIPP-Preis

Prof. Gruss, Prof. Siemens, Herr Greupner, Prof. Brutscheck (v.l.n.r.)

2016 - Stephan Greupner (M. Eng.)

Der Karl-Hermann Zipp Preis wird jährlich für den Abschluss mit der besten Durchschnittsnote im Jahrgang verliehen.
Ist die Durchschnittsnote aber wirklich das Besondere, was Herrn Stefan Greupner auszeichnet?
Diese Frage muss ich entschieden mit einem Nein beantworten.
Ich habe Herrn Greupner vor ziemlich genau vier Jahren kennen gelernt. Damals noch als Bachelor-Student kam er in einer Pause auf mich zu und meldete unvermittelt sein Interesse einen Auslandsaufenthalt in Russland zu absolvieren. Nicht, dass er russische Wurzeln hätte, er hat aber als Hobby die russische Sprache erlernt und würde gerne das Land im Studium kennen lernen. Zu dieser Zeit war ich gerade mit den Verhandlungen mit einer russischen Elite-Universität über das Aufsetzen eines gemeinsamen Doppelabschlusses, und wenn schon Studenten aus Tomsk nach Köthen zum Studium kommen können, so kann sicherlich auch ein deutscher Student nach Sibirien fliegen und dort ein Semester lang englischsprachig unterrichtet werden.
Zwar habe ich vorab im persönlichen Treffen in Tomsk mich von dem Vorbereitungsstand überzeugen lassen, es kam aber anders. Wer nach Russland kommt, soll den Unterricht in russisch genießen, entschied Herr Greupner und so hat er alle Module in russischer Sprache absolviert und so auch die Prüfungen abgelegt. Daran angeschlossen hat er noch weitere drei Monate mit einem freiwilligen Praktikum, in welchem er einen Labor-Versuchsaufbau am Institut für Zerstörungsfreie Prüfung in Tomsk aufgebaut hat. Von den Ergebnissen sind die Professoren und Forscher in Tomsk begeistert - deutsche Qualitätsarbeit - sagen alle dazu. Sehr ordentliche Verdrahtung und Verschaltung, übersichtliche und klare Dokumentation. Ein echtes Referenzprojekt für die Hochschule Anhalt.
Und so wurde Herr Greupner erster Student unseres Fachbereichs, der neben dem Deutschen Master-Abschluss auch einen russischen erworben hat. Damit kann er zum Beispiel jede leitende Position in Russland bekleiden - Konzerne wie Volkswagen und Bosch können sich um so einen Absolventen halt bemühen... Außerdem hat er mit dem Abschluss auch das Recht erworben in  Russland zu promovieren, wobei die Forschungsarbeit in Köthen, am Future Internet Lab Anhalt durchgeführt werden könnte. Ein Projekt dafür gibt es auch schon - Intelligente Straßenbeleuchtung. Zu diesem Projekt hat Herr Greupner in seiner Masterarbeit beigetragen und hier besteht die Möglichkeit zu Forschen und in Tomsk und Köthen zu promovieren.
Da Herr Greupner seinen Arbeitsplatz sowieso bereits in Köthen hat, ist ja nicht einmal ein Umzug erforderlich.
Ein Versprechen der Unterstützung für die Arbeit kann ich hier in aller Öffentlichkeit geben.
Herr Greupner, ich freue mich, sie bei dem professionellen Werden unterstützt zu haben und wünsche mir und Ihnen auch in Zukunft gute gemeinsame Forschungsthemen - die besten Absolventen bleiben halt in Köthen.

Prof. Dr. Eduard Siemens