Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen
DeutschEnglish

ZIPP-Preis

2015 - Nick Bollfraß (B. Eng.)

Die Bereitschaft, sich lebenslang weiterzubilden und so seine Fähigkeiten und Kompetenzen den Erfordernissen des Arbeitsmarktes oder den Anforderungen des Arbeitgebers anzupassen, wird in unserer Wissensgesellschaft vorausgesetzt.
Der diesjährige Preisträger ist ein exzellentes Beispiel für diese Bereitschaft unter Arbeitnehmern. Betrachtet man seinen Lebenslauf, dann fällt auf, dass er von den bislang 33 Jahren seines Lebens rund acht Jahre in seine Fortbildung investiert hat, neben seiner beruflichen Tätigkeit.          
Nach der Ausbildung zum Energieelektroniker folgten Wehrdienst und eine Tätigkeit im erlernten Beruf. Den Drang nach Wissen füllten Seminare und Kurse, von 2005 bis 2008 die Vorbereitung auf den Meisterbrief und von Oktober 2009 bis Anfang 2014 das Studium der Elektrotechnik.
Dass mancher Arbeitgeber mit so einem Engagement jedoch nicht gut umgehen kann, und das Engagement der Mitarbeiter nicht so sehr schätzt, erfährt man gelegentlich im Gespräch mit Studierenden der berufsbegleitenden Studiengänge.
Umso positiver fallen da die Fälle auf, in denen die Weiterbildung des Mitarbeiters von der Firma nicht nur akzeptiert, sondern auch gefordert und gefördert wird. Der Preisträger des diesjährigen Zipp-Preises konnte, ohne dass dies seine eigene Leistung schmälert, von so einem Fall profitieren. Die Aufgabenstellung seiner Abschlußarbeit mit der Titel „Selbstparametrierende Steuerung für den Guss von Sanitärkeramik“ stimmte mit seinen fachlichen Interessen überein. und wurde vom Arbeitgeber gestellt. Die entwickelte Lösung kommt in der Produktion zum Einsatz und der Preisträger kann seit seinem Abschluss die im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in einer angemessenen Tätigkeit als Projektingenieur beim Arbeitgeber zur Anwendung bringen. In der Biologie spricht man glaube ich in so einem Fall von Symbiose. Für viele Firmen in der Region könnte dies beispielhaft sein.
Nun hat sich der Preisträger nicht nur mit einer sehr guten Abschlussarbeit  für diesen Preis qualifiziert. Für den Karl-Hermann Zipp Preis kann vorgeschlagen werden, wer in einem Studienjahr sein Bachelor-Studium der Elektrotechnik, Medientechnik oder Biomedizinischen Technik innerhalb der Regelstudienzeit abschließt. Von den vorgeschlagenen Absolventen und Absolventinnen wird dann der Student oder die Studentin mit der besten Gesamtnote ausgewählt.
Um die Leistung des Preisträgers richtig einschätzen zu können: Studierende der berufsbegleitenden Studiengänge sind in der Regel in Vollzeit berufstätig. Die Lehrveranstaltungen finden an Wochenenden statt, zweimal im Jahr werden Praktika und Prüfungen in einer ganzen Woche durchgeführt. Die Studiengänge sind in der Dauer länger als im Präsenzstudium. Umgerechnet in der Währung der Bologna-Bürokratie, ergeben vierzig Credits pro Jahr einen Aufwand für das Studium von 26 Stunden pro Woche,. Neben der beruflichen Tätigkeit und über mindestens viereinhalb Jahre.
Wer diese Belastung dauerhaft aushält und dabei noch durchweg sehr gute Studienleistungen erbringt ist, ich denke Sie stimmen mit mir überein, preiswürdig.

Prof. Dr. Marc Enzmann