Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen
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ZIPP-Preis

2013 - Annika Miehe (B. Eng.)

Mit Frau Annika Miehe erhält zum vierten Mal eine Frau den Zipp-Preis. Der Zipp-Preis wird seit 1993 jährlich an den oder die besten Absolventen einer Matrikel vergeben. Bei 24 Preisträgern ist das eine Quote von fast 17 % und das in unseren harten Ingenieurstudiengängen, wo der Anteil von weiblichen Absolventen leider nur bei 7 % liegt. Das zeigt das große Engagement und Können von Frauen, die sich für einen Ingenieurberuf entschieden haben.
Frau Miehe zeichnet sich durch ganz hervorragende Leistungen während ihres gesamten Studiums aus. Sie hat ihr Studium mit der Note 1,0 abgeschlossen. Das haben mit ihr nur vier weitere Absolventen geschafft. Insgesamt also fünf Absolventen von 2082 Absolventen in 20 Jahren. Und das unter den erschwerten Bedingungen eines Bachelorstudiums, bei dem die Noten der schwierigen Grundlagenfächer wie Mathematik und Grundlagen der Elektrotechnik auch in das Ergebnis einflossen.
Frau Miehe gehörte aber auch einem sehr guten Studienjahrgang an, bei dem sich drei Studierende durch hervorragende Leistungen auszeichneten. Ich denke, dass sie sich gegenseitig angespornt und beflügelt haben.
Frau Miehe kommt aus Niedersachsen, wo sie vor zehn Jahren ihr Abitur ablegte. Danach absolvierte sie eine Ausbildung zur Physiklaborantin an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Nach der Lehre arbeitete sie vier Jahre an der Universität Hildesheim am Institut für Physik und Technik. Während dieser Zeit nahm sie das Fernstudium an unserer Hochschule im ersten Bachelorjahrgang 2008 auf. Seit 2010 arbeitet sie an dem sehr renommierten Institut für elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen der TU Braunschweig. Dort schrieb sie auch ihre Bachelorarbeit zum Thema eines Onboard-Ladegerätes für Elektrofahrzeuge, die von Prof. Enzmann und mir betreut wurde. Das war eine ganz hervorragende Arbeit, die zeigte, dass sie sich in ein Thema der Leistungselektronik umfassend und systematisch einarbeiten konnte. Die Gebiete Filterung, Wandlung und Power Factor Correction wurden von ihr vertieft untersucht.
Der heute verliehene Zipp-Preis ist nicht die erste Auszeichnung, die Frau Miehe erhält. Nach ihrer Lehre wurde sie von der IHK Niedersachsen als Berufsbeste in ihrem Ausbildungsberuf ausgezeichnet, und während ihres Studiums bei uns wurde sie mit einem Aufstiegsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung gefördert.
Frau Miehe möchte weiterkommen. Darum hat sie gleich im Anschluss ihres Abschlusses bei uns ein Masterstudium Elektrotechnik an der TU Braunschweig im Bereich Energietechnik aufgenommen. Dazu wünsche ich ihr viel Erfolg.
Wir sind stolz darauf, dass so eine hoch begabte junge Frau den Weg zu uns nach Anhalt gefunden hat, um hier Elektrotechnik zu studieren. Sie hat es mit Bravour vollbracht und wir wünschen ihr von ganzem Herzen, dass ihre Träume, an der Entwicklung der E-Mobility, der Leistungselektronik und der elektrischen Maschinen an hervorragender Stelle mitzuwirken, in Erfüllung gehen.

Alles Gute und Glück in Ihrem weiteren Leben.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Schwarz