Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen
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07.06.2017

Exkursion mit Durchblick – „Once started, never stopped!“ ...

Studierende und Mitarbeiter zusammen mit Dr. Thomas Belgardt (1. Reihe li.)

Studierende und Mitarbeiter zusammen mit Dr. Thomas Belgardt (1. Reihe li.)

Seit Beginn der Fertigung täglich entnommene Glasproben. Deutlich zu erkennen ist die Grünfärbung des „normalen“ Flachglases, dazwischen: Proben von extra-weißem Solarglas

Seit Beginn der Fertigung täglich entnommene Glasproben. Deutlich zu erkennen ist die Grünfärbung des „normalen“ Flachglases, dazwischen: Proben von extra-weißem Solarglas

 

 … unter diesem Motto fuhren am 15. Mai 2017 die Studierenden des neuen, internationalen Master-Studiengangs „Photovoltaics Engineering Science“ vom Fachbereich EMW gemeinsam mit Professor Bernhard, Laboringenieur Torsten Büchner und den beiden wissenschaftlichen Mitarbeitern Stephan Krause und Sebastian Dittmann zur Firma f | glass nach Osterweddingen.

Dr. Thomas Belgardt, Geschäftsführer von f | glass, begrüßte und führte die Exkursionsteilnehmer – nach einer Firmenvorstellung – durch die Fertigungs- und Bearbeitungslinien für Floatglas. Beginnend mit der Gemengezuführung ging es zum Schmelzofen, welcher ununterbrochen, von der ersten Schmelze bis zum Ende seiner etwa 20-jährigen Nutzungszeit, die Rohstoffe (Quarzsand, Soda und Kalk) für die Glasherstellung aufschmilzt: "Once started, never stopped!" Einer alten Glasmachertradition folgend trägt der Schmelzofen den Namen einer jungen Dame – hier „Maartje“.  

Aus dem Schmelzofen kommend wird die Schmelze auf ein Zinnbad gegossen, wodurch sie seine hohe Oberflächenqualität erhält. Abhängig von den gewünschten Glasdicken (2-12mm) wird die Glasschmelze, in ihrer Viskosität zunächst vergleichbar mit flüssigem Honig, schneller oder langsamer über das Zinnbad gezogen, bevor sie abkühlt und fest wird. Abschließend kann das Glas veredelt, also abhängig von dem gewünschten Einsatzbereich, weiter bearbeitet werden. Dazu gehören etwa die Vergütung mit dünnen Antireflex- oder LowE- Schichten („Low Emissivity“, Wärme- und Sonnenschutzschichten). Pro Tag werden im Werk etwa 700 Tonnen Flachglas gefertigt.

Die Produktionsstätte in Osterweddingen gilt als eines der modernsten Glaswerke in Europa und ging 2009 in Betrieb. Produziert werden Flachgläser für Anwendungen in Architektur und der Solartechnik weltweit. Glasscheiben aus diesem Werk finden sich in bedeutenden Bauwerken wieder, etwa dem Museum of Modern Arts („MoMA“) oder dem One World Trade Center, beide in Manhattan, New York City, USA.

Im Bereich der Solartechnik werden besonders dünne (2 mm), „extra-weiße“ und antireflexbeschichtete Gläser eingesetzt. Besonders für moderne, bifaciale Glas-Glas-Module bringt dies enorme Vorteile in der Leistungsausbeute der Module. Die besonderen Eigenschaften des Solarglases ermöglichen es, einen höheren spektralen Lichtanteil zur Solarzelle gelangen zu lassen. Zu den Kunden der Firma zählen sowohl namenhafte lokale als auch nationale und internationale Solarmodulhersteller.

Wir bedanken uns im Namen aller Exkursionsteilnehmer bei Herrn Dr. Belgardt und der Firma f | glass für die spannenden Einblicke!

Kontakt:
Prof. Bernhard
Torsten Büchner