Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen
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ZIPP-Preis

1993 - Dipl.-Ing. (FH) Swen Schneider

Pressemitteilung zum Karl-Hermann-Zipp-Preis in der Mitteldeutschen Zeitung vom 22. Januar 1994

,,Vielleicht investiere ich das Geld in einen Rechner"
Erstmalig ,,Karl-Hermann-Zipp-Preis'' vergeben - Preisträger Swen Schneider überrascht
Von unserer Redakteurin UTE HARTLING

Köthen/MZ. Erstmalig wurde gestern an der Fachhochschule Anhalt (FHA) in Köthen der „Karl-Hermann-Zipp-Preis" vergeben. Swen Schneider (25), Absolvent eines Ergänzungsstudiums an der FHA, der diese Auszeichnung für herausragende Studienleistungen im Studiengang Elekrotechnik erhielt, hat inzwischen in Ratingen eine Tätigkeit als Produktmanager aufgenommen.

Stets sehr gute Leistungen
Der gebürtige Leipziger schloß bereits seine Ausbildung zum Elektronik-Facharbeiter mit sehr guten Ergebnissen ab. Später absolvierte er ein Fachschulstudium in Eisleben und schrieb sich danach an der FHA Köthen ein, um in der Studienrichtung Automatisierungstechnik das Diplom zu erwerben. Das einjährige Studium schloß Swen Schneider mit dem Gesamtprädikat „sehr gut" ab. Seine Diplomarbeit befaßte sich mit der „Gestaltung und Erprobung eines Prozeßsystems am Modell eines komplexen Fertigungsprozesses". Er habe ein Computerprogramm erstellt, erklärt der 26jährige Swen, mit dem die Bearbeitung von Werkstücken gesteuert werden kann. Die Preisverleihung habe ihn überrascht und freue ihn natürlich sehr. Befragt was er mit dem Förderpreis anfangen wird, antwortete er spontan: „Ich werde das Geld wahrscheinlich in einen Rechner investieren".

Wie Rektor Prof. Klaus Hertwig in seiner Laudatio zur Auszeichnung hervorhob, werde diese Ehrung jeweils dem „besten Absolventen eines Jahrganges" im Studiengang Elektrotechnik verliehen. Als Initiator der Auszeichnung, die in diesem Jahr mit einer Urkunde und einem Förderpreis von l 000 Mark verbunden ist, gilt Prof. Hans-Emil Sturm, Gründungsdekan des Fachbereiches Elektrotechnik. Hertwig dankte Sturm in seiner Rede herzlich dafür, „eine solche Entwicklung in Gang gebracht" zu haben.

Bei der Verleihung des Preises hob Ministerialrat Dr. Peter Vießmann, zuständiger Referent für die Fachhochschulen in Sachsen-Anhalt beim Ministerium Wissenschaft und Forschung, u. a. hervor, daß auch die Entwicklung der Köthener FHA bereits „bundesweit Aufsehen erregt hat". Wie aus einem Bericht des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden zum Wintersemester 1993/94 hervorgehe, „haben sich bereits mehr als die Hälfte der Studenten hier in Sachsen-Anhalt für ein Fachhochschulstudium entschieden". Dem, Preisträger wünschte er viel Erfolg im weiteren Berufsleben. Swen Schneider dankte den Hochschullehrern der FHA, vor allem aber seinem Betreuer Prof. Joachim Breier, für die in Köthen erhaltene Ausbildung.

Der Namensgeber des Preises, Karl-Hermann-Zipp (1875-1940),war Elektroingenieur und bewarb sich 1901 als Lehrer am Städtischen Friedrichs-Polytechnikum in Köthen. Sein Ruf als Experte auf dem Gebiet der Energiegewinnungs- und Verteilungsanlagen sowie eine große Anzahl von Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, von Patenten und Büchern hätten Zipp vor allem bekannt gemacht.

Anteil am guten Ruf Köthens
Weitere Stationen von Karl-Hermann Zipp in Köthen waren seine Tätigkeit als Direktor des hiesigen Elektrizitätswerkes (1925) - „bereits in dieser Zeit profitierte die Hochschule von seiner großen Praxisverbundenheit" - und seine Wahl zum Rektor des Polytechnikums. Als Hochschullehrer habe er zum guten Ruf des Hochschulstandortes Köthen beigetragen, so Prof. Hertwig.