Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen
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ZIPP-Preis

1998 - Dipl.-Ing. (FH) Karsten Meißner

Pressemitteilung zum Karl-Hermann-Zipp-Preis in der Mitteldeutschen Zeitung vom 22. April 1998

"Einstein" darf sich über Preis freuen
Herausragende Studienleistungen wurden prämiert: Der diesjährige Zipp-Preis ging an den Elektrotechnikdiplomanden Karsten Meißner.
Von unserem Redakteur STEFFEN KÖNAU

Köthen/MZ. Eher unauffällig sieht er aus. Im violetten Jackett, mit Goldrandbrille und kleinem Schnurrbärtchen wirkt Karsten Meißner keineswegs wie ein besessener Wissenschaftler, sondern vielmehr wie der freundliche Mann von der Versicherung. Und doch: Hinter der glatten Stirn, da waren sich die Professoren des heute 26jährigen schon kurz nach Studienbeginn sicher, arbeitet ein brillantes Gehirn. So brillant, daß im Vorfeld der diesjährigen 5. Verleihung des "Karl-Hermann-Zipp"-Preises des Fachbereiches Elektrotechnik an der Fachhochschule gar kein Zweifel bestand: Der Preisträger würde Meißner heißen.

Bei Karsten Meißner, so beschreibt es sein Dekan, habe er stets nur Angst gehabt, daß der junge Mann sich mit all seiner Wißbegier und Entdeckerfreude eines Tages vielleicht doch übernehmen könne. Dekan Wolfgang Twiegs große Angst war unbegründet. „Wir", sagt der Professor über die Erfahrungen des gesamten Kollegiums mit dem begnadeten Studenten, „mußten lernen, daß Karsten Meißner sehr belastbar ist." Nicht nur, daß der gelernte Funkmechaniker sämtliche Fächer mit eins absolvierte. „Nein, er ist auch weit über den Rahmen der eigentlichen Studieninhalte hinaus ein stets interessanter Gesprächspartner gewesen." So manches Mal brachte der aus Halle stammende Hobbyschwimmer Meißner seine Professoren mit detailgespickten Fragen zur Verzweiflung: „Wir nannten ihn irgendwann nur noch Herrn Einstein", lacht Twieg.

Auch Rektor Dieter Orzessek lobt den Forschungsassistenten, der sich mittlerweile auf seine Promotion vorbereitet, in allerhöchsten Tönen. Meißner habe bei mehreren Praktikumsaufenthalten im Ausland in beeindruckender Weise gezeigt, welches Leistungsvermögen Studenten der Fachhochschule besäßen. „Solche Leute wie ihn brauchen wir hier in der Region, die wollen wir gern hierbehalten", formulierte der Rektor.

Doch Spitzenkräfte wie Karsten Meißner, der sich am Ende der Veranstaltung sichtlich bewegt für die Verleihung des Preises bedankte, sind überall begehrt. Etliche lukrative Angebote aus der Industrie hat der frischgebackene Diplomant vorliegen. „Und so ein Preis", beschreibt Orzessek eine Nebenwirkung, „ist ja auch eine wunderschöne Referenz." Vor diesem Hintergrund habe es sich bewährt, mit der Stiftung des Zipp-Preises den Versuch unternommen zu haben, eine größere Emotionalität in das an sich für trocken gehaltene Elektrotechnikstudium zu bringen. „Ein Preis wie dieser", das bewiesen nicht zuletzt neugeschaffene ähnliche Auszeichnungen in Dessau und Bernburg, „stachelt den Erfindergeist an."