Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen
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ZIPP-Preis

1999 - Dipl.-Ing. (FH) Olaf Christian Winne und Dipl.-Ing. (FH) Andreas Eckert

Pressemitteilung zum Karl-Hermann-Zipp-Preis in der Mitteldeutschen Zeitung vom 5. Mai 1999

Höhepunkt im Hochschulleben
Die Besten kamen ohne die üblichen Voraussetzungen
Zipp-Preis ging in diesem Jahr an zwei Absolventen
Von unserem Redakteur Steffen Könau

Doppelt hält besser: Der Zipp-Preis, den Olaf Christian Winne (mitte) und Andreas Eckert gestern entgegennahmen, wurde in diesem Jahr erstmals an zwei vielversprechende Absolventen vergeben.

Köthen/MZ. Sanfte Techno-Sounds statt der üblichen Klassik-Klänge begleiteten die Festveranstaltung zur diesjährigen Verleihung des traditionsreichen Karl-Hermann-Zipp-Preises an der Hochschule Anhalt (FH). Mario und Nico Wald, beide Studenten an der Lehranstalt und Hobbymusiker, hatten dazu ihre Keyboards ins kürzlich sanierte Rote Gebäude gerollt, und verblüfften das Auditorium unter anderem mit einer elektronischen Adaption des historischen Festmarsches der Elektrotechnikstudenten.

Zum sechsten Mal bereits wurde der mit 1000 Mark dotierte Zipp-Preis verliehen - erstmals aber ging die Auszeichnung in diesem Jahr in voller Höhe an gleich zwei Preisträger. „Wir hatten das ganz besondere Problem", begründete Professor Wolfgang Twieg diese Entscheidung, „daß es zwei Absolventen mit nahezu gleich guten Leistungen gab." Sowohl der aus Dessau stammende Andreas Eckert als auch der in Lüneburg geborene Olaf Christian Winne könnten als idealtypisch stehen für eine Art von Student, die sich jeder Professor wünscht. „Ruhig, leistungsfähig, fleißig und diszipliniert."

Dabei war eine akademische Bildung im Lebensplan der beiden Preisträger ursprünglich gar nicht vorgesehen. Während Andreas Eckert nach dem Abschluß der 10. Klasse eine Berufsausbildung in der Filmfabrik Wölfen absolvierte, lernte Olaf Christian Winne von der Pike auf den Beruf eines Kommunikationselektronikers. „Als er sich aus persönlichen Gründen entschloß, ein Studium in Köthen aufzunehmen, hatte er selbst große Zweifel, ob seine theoretischen Kenntnisse ausreichen würden", beschrieb Elektrotechnik-Dekan Twieg.

Zweifel, die sich bald als grundlos herausstellten. Die beiden Quereinsteiger wurden schnell zu Leistungsträgern ihres Jahrgangs. Andreas Eckert, der sich schon lange mit Hard- und Softwarelösungen beschäftigt, gelang es bei der Erarbeitung seiner Diplomarbeit, eine äußerst komplexe Steuerung für eine Biogasanlage zu entwickeln. Und Olaf Winne, der sich die Entwicklung einer besonderen „Steuerungshardware“ zur Aufgabe gemacht hatte, lieferte mit seiner Diplomarbeit die Grundlage für ein marktreifes Produkt im Bereich Computertechnik. Gerade hier zeige sich, daß die praxisorientierte Strategie der FH aufgehe. „Die Wirtschaft wartet auf junge Leute wie sie", versprach Christoph Helm aus dem Kultusministerium Sachsen-Anhalt.